gurtenCLASSIC: Strecke, Höhenmeter & Streckenprofil
Der Classic Run ist die lange Variante des gurtenCLASSIC und ein echter Berglauf auf den Berner Hausberg: fünfzehn Kilometer von Wabern hinauf auf den Gurten, mit knapp sechshundert Höhenmetern, die sich auf sieben Anstiege verteilen. Entschieden wird er nicht am Start, sondern an der Schlusssteigung ab Kilometer zwölf.
Strecke & Höhenmeter
Der Start liegt um 12:00 Uhr beim Schulhaus Morillon in Wabern auf 564 Metern. Schon nach dreihundertfünfzig Metern beginnt der Anstieg nach Spiegel, gut einen Kilometer mit 5,4 Prozent, und ab Kilometer 2,3 folgt gleich der zweite und deutlich härtere: 1,2 Kilometer mit 9,6 Prozent hinauf auf das landwirtschaftlich genutzte Blinzernplateau und in die Naturlandschaft am Gurten. Nach dem höchsten Punkt der ersten Hälfte bei rund 710 Metern fällt die Strecke ins abgelegene Gurtentäli.
Die Mitte des Rennens ist ein ständiges Wechselspiel: hinüber auf den Ulmizberg, zurück über den Schliernberg, zwei weitere Anstiege von jeweils rund sechzig Höhenmetern und dazwischen Abfahrten, die alles wieder abgeben. Bei Kilometer 11,8 kommt dann die Entscheidung, die der Veranstalter selbst die knackige Schlusssteigung nennt: 1,4 Kilometer mit elf Prozent im Schnitt und Rampen über sechzehn, einhundertsechsundfünfzig Höhenmeter am Stück. Danach bleiben zwei kurze Stufen, bevor das Ziel auf dem Gurten Kulm auf 845 Metern erreicht ist.
Gelaufen wird auf Asphalt, Feld- und Waldwegen und Wiesenpfaden, im Oktober also auf einem Untergrund, der nach Regen weich und rutschig wird. Der Lauf existiert seit 1981, hiess damals schlicht Gurtenlauf und hat die Grundidee nie verändert: Start im Tal, Ziel oben. Die letzten zwei Kilometer säumen Zuschauerinnen und Zuschauer die Strecke, oben wartet das Panorama über Jura, Emmental, Berner Oberland und Freiburger Alpen. Kleidersäcke werden ins Ziel transportiert, hinunter geht es mit der Gurtenbahn.
Pacing-Strategie
Nur knapp vierzehn Prozent dieser Strecke sind flach, und fast dreiundzwanzig Prozent liegen im steilen Aufwärtsbereich. Ein Renntempo im üblichen Sinn gibt es hier nicht; du steuerst über den ganzen Lauf nach Aufwand. Die brauchbare Grösse ist die Zeit, die du auf den Anstiegen über deiner Dauerleistung verbringst, und davon hast du an diesem Berg nur ein begrenztes Budget.
Der erste Fehler passiert bei Kilometer 2,3. Der zweite Anstieg mit 9,6 Prozent kommt früh genug, dass er sich noch billig anfühlt, und er kostet einhundertachtzehn Höhenmeter. Wer ihn im Wettkampfmodus geht, hat neun Kilometer später nichts mehr für die Stelle, an der das Rennen wirklich entschieden wird: die Schlusssteigung ab Kilometer 11,8 mit elf Prozent im Schnitt. Elf Prozent bedeuten für die meisten Startenden Gehen oder Laufen im Wechsel, und das ist keine Niederlage, sondern die schnellere Lösung.
Die Falle in der Mitte sind die Abfahrten. Zwischen Kilometer drei und zwölf gibst du gut zweihundertsiebzig Höhenmeter ab, ein Teil davon auf Wiesen- und Waldwegen. Ende Oktober sind die nach Regen oder Laubfall rutschig, und hier gewinnt niemand das Rennen, während man es sehr wohl verlieren kann. Laufe die Abfahrten kontrolliert mit hoher Frequenz, spare die Oberschenkel für den Schlussanstieg und nutze die letzten zwei Kilometer mit Publikum als das, was sie sind: der Teil, in dem sich die Vorsicht der ersten Hälfte auszahlt.
Trainingsplan für gurtenCLASSIC: 12 Wochen Vorbereitung
Für ambitionierte Altersklassenläuferinnen und -läufer dauert dieses Rennen etwa siebzig Minuten bis knapp zwei Stunden. Der Belastungscharakter ist ein Berglauf mit Unterbrechungen: sieben Anstiege, dazwischen Abfahrten und fast kein flaches Gelände. Du bewegst dich also permanent zwischen deutlich über und deutlich unter der Schwelle und musst nach jeder Abfahrt sofort wieder Kraft in einen Anstieg bringen.
Der wichtigste Trainingsinhalt sind lange Bergintervalle statt kurzer Antritte. Wiederholungen von acht bis fünfzehn Minuten bei sieben bis elf Prozent bilden die Schlusssteigung ab, und weil sie nach knapp zwölf Kilometern kommt, gehören sie ans Ende eines langen Laufs. Trainiere dabei bewusst auch das schnelle Gehen im Steilen, denn ab zehn Prozent ist eine gute Gehtechnik bei den meisten Läuferinnen und Läufern ökonomischer als ein zäher Laufschritt.
Die zweite Anforderung ist exzentrische Belastbarkeit. Zweihundertsiebzig Höhenmeter Abfahrt auf unbefestigtem Untergrund und mit müden Beinen verlangen eine Muskulatur, die daran gewöhnt ist; ohne Vorbereitung meldet sie sich genau am Schlussanstieg. Baue über die letzten acht Wochen regelmässig Bergabläufe auf Wald- und Wiesenwegen ein und schliesse jeweils einen kurzen Anstieg direkt an, weil die Strecke genau diesen Übergang mehrfach verlangt.
Dazu kommt das Datum. Ende Oktober liegt der Start im Tal auf 564 Metern und das Ziel dreihundert Meter höher: oben ist es kühler, windiger und oft nass, während du unten warm losläufst. Rechne mit weichem Untergrund und wähle Schuhe mit Profil; Strassenschuhe sind auf den Wiesenpassagen die falsche Wahl. Weil im Ziel Kleidersäcke bereitstehen und die Rückfahrt mit der Gurtenbahn erfolgt, kannst und solltest du warme Wechselkleidung einplanen.
Streckenverlauf
Profil-Parameter
Steigungsverteilung
Anstiege auf der Strecke
| Start (km) | Länge | Ø Steigung | Max. Steigung | Höhengewinn | Kategorie |
|---|---|---|---|---|---|
| KM 0.3 | 1.2 km | 5.4% | 13.2% | +63m | — |
| KM 2.3 | 1.2 km | 9.6% | 12.9% | +118m | Kat. 4 |
| KM 6.3 | 0.7 km | 8.6% | 13.6% | +58m | — |
| KM 8.2 | 0.9 km | 7.0% | 13.0% | +64m | — |
| KM 11.8 | 1.4 km | 11.0% | 16.6% | +156m | Kat. 4 |
| KM 13.6 | 0.5 km | 7.7% | 13.1% | +41m | — |
| KM 14.3 | 0.6 km | 4.4% | 9.9% | +25m | — |
Die Anstiegs-Kategorien folgen der Radsport-Konvention und bewerten das Gelände selbst (Länge und Steigung) unabhängig von der Sportart: Kat. 4 bezeichnet die leichtesten bewerteten Anstiege, Kat. 1 die härtesten, HC (hors catégorie, „außerhalb jeder Kategorie“) ist den brutalsten Anstiegen vorbehalten. Kurze Anstiege unterhalb der Kat.-4-Schwelle bleiben unbewertet.
Strecke als GPX
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Häufige Fragen
Wie lang ist gurtenCLASSIC?
gurtenCLASSIC ist 15 km lang. Diese Distanz bestimmt, wie viel Grundlagenausdauer, Tempohärte und Rennspezifik in den Trainingsplan gehören.
Wie viele Höhenmeter hat gurtenCLASSIC?
gurtenCLASSIC hat rund 570 Höhenmeter auf 15 km. Das beeinflusst Pacing, Muskulatur und die Vorbereitung auf späte Rennabschnitte.
Wie ist das Streckenprofil von gurtenCLASSIC?
gurtenCLASSIC ist als Hochalpin (Mountainous) eingestuft, im Schnitt 36,7 Höhenmeter pro Kilometer. 14 % der Strecke sind flach, 29 % steigen moderat an (2 bis 6 %) und 23 % sind steiler als 6 %.
Welche Anstiege hat gurtenCLASSIC?
Der schwerste Anstieg von gurtenCLASSIC beginnt bei Kilometer 11,8, ist 1,4 km lang, steigt im Schnitt 11 % an und bringt 156 Höhenmeter. Bewertung nach Radsport-Konvention: Kat. 4. Insgesamt sind 7 Anstiege erfasst.
Ist gurtenCLASSIC ein Rundkurs?
Nein, gurtenCLASSIC ist eine Punkt-zu-Punkt-Strecke: Start und Ziel liegen an verschiedenen Orten.
Wie bereite ich mich auf gurtenCLASSIC vor?
Für gurtenCLASSIC sollte die Vorbereitung 15 km, 570 Höhenmeter, aktuelle Belastung und verfügbare Trainingszeit berücksichtigen. Ein adaptiver Plan hilft, Schlüsselreize zu setzen, ohne Erholung und Alltag zu ignorieren.
Welche Pacing-Strategie passt für gurtenCLASSIC?
Die Pacing-Strategie für gurtenCLASSIC sollte 15 km, 570 Höhenmeter und dein aktuelles Leistungsniveau einbeziehen. Starte kontrolliert und plane Reserven für Abschnitte ein, in denen das Profil oder die Müdigkeit die Zielpace erschwert.
Wann findet gurtenCLASSIC statt?
gurtenCLASSIC findet am 25. Oktober 2026 statt.
Wo findet gurtenCLASSIC statt?
gurtenCLASSIC findet in Wabern, Switzerland statt.
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