
Der Percorso Lungo der Nove Colli ist der Klassiker: knapp 200 Kilometer von der Adria in den romagnolischen Apennin und zurück, mit rund 4.000 Höhenmetern auf neun benannten Anstiegen. Gestartet wird auf dem Lungomare von Cesenatico bei Sonnenaufgang, das Zeitlimit liegt bei zwölf Stunden – ein ganzer Tag im Sattel, kein Vormittag. Bekannt auch als Nove Colli und Nove Colli Cesenatico.
Aufstellung ist ab fünf Uhr früh an der Colonia AGIP am Viale Carducci, die rote Startgruppe fährt um sechs los, alle weiteren Gitter folgen in Echtzeit im Vier-Minuten-Abstand. Die Einteilung ist verdient: Wer im Vorjahr unter bestimmten Zeiten geblieben ist oder auf der Nove-Colli-Rangliste steht, startet vorne, alle anderen nach Anmeldereihenfolge. Die ersten fünfzig Kilometer sind Flachetappe – Martorano, Diegaro, Forlimpopoli –, ehe bei Bertinoro und Polenta der erste Buckel kommt.
Das Herz des Rennens liegt zwischen Kilometer 59 und 135. Auf Pieve di Rivoschio folgt Ciola, dann bei Kilometer 90 der Barbotto: knapp fünf Kilometer mit fast acht Prozent im Schnitt und Rampen bis siebzehn Prozent, gefahren als eigene Bergwertung um den Trofeo dello Scalatore. Kurz darauf wartet mit Montetiffi der steilste Moment des Tages, keine zwei Kilometer, aber mit Passagen über zwanzig Prozent. Perticara, Monte Pugliano und Passo delle Siepi ziehen die Strecke bis auf 791 Meter hoch, den höchsten Punkt, ehe der Gorolo bei Kilometer 164 den letzten Anstieg setzt.
Danach fällt die Strecke über Borghi, Savignano und Gatteo zurück ans Meer, und die letzten zwanzig Kilometer sind schnelle Ebene bis zum Ziel am Viale Carducci. Das Profil zeigt, wie wenig Erholung dazwischen liegt: nur ein Viertel der vermessenen 197 Kilometer ist flach, knapp 60 Prozent gehen bergauf oder bergab. Das Feld ist auf 10.000 Startende begrenzt und startet ab siebzehn Jahren; wer bis 11.45 Uhr nicht an der Abzweigung Le Ville di Montetiffi bei Kilometer 99 ist, wird auf den Mittelkurs geschickt.
| Start | Länge | Ø | Max. | Gewinn | Kat. |
|---|---|---|---|---|---|
| km 58,9 | 4,6 km | 5,9 % | 13,4 % | +274 m | Kat. 3 |
| km 74,1 | 5 km | 7,1 % | 16,3 % | +354 m | Kat. 2 |
| km 90,1 | 4,9 km | 7,9 % | 16,7 % | +385 m | Kat. 2 |
| km 103,1 | 1,8 km | 9,4 % | 22,7 % | +164 m | Kat. 3 |
| km 124,2 | 4,1 km | 7,7 % | 14,9 % | +316 m | Kat. 3 |
| km 130,5 | 2,7 km | 5,9 % | 14 % | +162 m | Kat. 3 |
| km 143,5 | 4,2 km | 4,9 % | 12,7 % | +207 m | Kat. 3 |
| km 163,8 | 2 km | 7,6 % | 15,3 % | +154 m | Kat. 4 |
Die Anstiegs-Kategorien folgen der Radsport-Konvention und bewerten das Gelände selbst (Länge und Steigung) unabhängig von der Sportart: Kat. 4 bezeichnet die leichtesten bewerteten Anstiege, Kat. 1 die härtesten, HC (hors catégorie, „außerhalb jeder Kategorie“) ist den brutalsten Anstiegen vorbehalten. Kurze Anstiege unterhalb der Kat.-4-Schwelle bleiben unbewertet.
Die ersten fünfzig Kilometer sind die gefährlichsten des Tages. Sie sind flach, das Feld ist dicht, die Gruppen fahren schnell, und es kostet nichts, mitzugehen – bis am Barbotto die Rechnung kommt. Fahre die Ebene bewusst unter deiner Schwelle, such dir eine Gruppe statt einer Position, und akzeptiere, dass du bis Bertinoro nichts gewinnen kannst, aber sehr viel verlieren.
Rennentscheidend ist der Block Barbotto–Montetiffi zwischen Kilometer 90 und 105. Der Barbotto ist lang genug, um mit zu hoher Anfangsleistung wirklich einzubrechen, und Montetiffi kommt unmittelbar danach mit über zwanzig Prozent, also mit einem Tretmoment, das man nicht dosieren kann, wenn die Beine schon leer sind. Wenn du den Trofeo dello Scalatore mitfahren willst, ist das eine bewusste Entscheidung, die den Rest des Tages kostet: Danach liegen noch mehr als hundert Kilometer und vier Anstiege vor dir.
Die zweite Falle ist der lange Mittelteil zwischen Perticara und Passo delle Siepi. Er sieht auf dem Profil moderat aus – vier bis sechs Prozent –, ist aber der Abschnitt, in dem sich Kohlenhydrat- und Flüssigkeitsdefizite in Leistung übersetzen, weil er im späten Vormittag liegt und im Mai in der Romagna schon warm sein kann. Iss und trink auf den flachen Verbindungsstücken, nicht am Berg, und rechne die letzten zwanzig flachen Kilometer ans Meer als eigenen Abschnitt: Sie sind schnell, aber nur, wenn du dort noch in einer Gruppe fahren kannst.

Für Altersklassenfahrer bedeutet der Percorso Lungo je nach Leistungsstand sieben bis elf Stunden Fahrzeit; das offizielle Limit sind zwölf Stunden. Der Belastungscharakter ist ein langer aerober Grundlagentag mit neun eingestreuten Kraftausdauerblöcken – kein gleichmäßiges Zeitfahren, sondern Wechsel zwischen Gruppenfahren in der Ebene und wiederholten Anstiegen von zwanzig bis vierzig Minuten.
Die Vorbereitung braucht deshalb zwei Säulen. Erstens Umfang: lange Ausfahrten, die schrittweise auf sechs bis acht Stunden wachsen, damit die letzten fünfzig Kilometer nicht in unbekanntem Terrain stattfinden. Zweitens Höhenmeter unter Ermüdung: Bergwiederholungen von zwanzig bis dreißig Minuten, gefahren im letzten Drittel einer langen Ausfahrt statt am Anfang.
Rennentscheidende Phasen sind der Barbotto und Montetiffi. Der Barbotto verlangt konstante Schwellenleistung über etwa eine halbe Stunde, Montetiffi kurzzeitige Kraft bei niedriger Trittfrequenz an über zwanzig Prozent. Beide brauchen unterschiedliche Reize: einerseits Schwellenintervalle am Berg, andererseits kurze, schwere Antritte im Wiegetritt und – ebenso wichtig – eine Übersetzung, die das erlaubt. Wer eine Kassette fährt, die auf Montetiffi ausreicht, spart mehr Körner als jedes Trainingsdetail.
Zu den Bedingungen: Ende Mai an der Adria bedeutet einen sehr frühen Start bei kühler Morgenluft und einen Nachmittag, der bereits deutlich warm werden kann, mit langen ungeschützten Abschnitten im Hinterland. Trainiere die Trink- und Essroutine für einen achtstündigen Tag ausdrücklich mit, fahre einige lange Einheiten bei Wärme, und übe die Abfahrten: Von den 4.000 Höhenmetern werden 4.000 auch wieder abgefahren, überwiegend auf schmalen Apenninstraßen, und dort verliert man Zeit und Substanz schneller als am Berg.

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Granfondo Nove Colli ist 200 km lang. Diese Distanz bestimmt, wie viel Grundlagenausdauer, Tempohärte und Rennspezifik in den Trainingsplan gehören.
Granfondo Nove Colli hat rund 4.053 Höhenmeter auf 200 km. Das beeinflusst Pacing, Muskulatur und die Vorbereitung auf späte Rennabschnitte.
Granfondo Nove Colli ist als Hochalpin (Mountainous) eingestuft, im Schnitt 20,5 Höhenmeter pro Kilometer. 25 % der Strecke sind flach, 29 % steigen moderat an (2 bis 6 %) und 8 % sind steiler als 6 %.
Der schwerste Anstieg von Granfondo Nove Colli beginnt bei Kilometer 90,1, ist 4,9 km lang, steigt im Schnitt 7,9 % an und bringt 385 Höhenmeter. Bewertung nach Radsport-Konvention: Kat. 2. Insgesamt sind 8 Anstiege erfasst.
Ja, Granfondo Nove Colli ist als Rundkurs angelegt: Start und Ziel liegen am selben Ort.
Ja. Die Strecke von Granfondo Nove Colli steht auf dieser Seite als GPX-Datei zum kostenlosen Download bereit — importierbar in Garmin, Wahoo, Komoot, Strava und jede andere App, die GPX liest.
Für Granfondo Nove Colli sollte die Vorbereitung 200 km, 4.053 Höhenmeter, aktuelle Belastung und verfügbare Trainingszeit berücksichtigen. Ein adaptiver Plan hilft, Schlüsselreize zu setzen, ohne Erholung und Alltag zu ignorieren.
Die Pacing-Strategie für Granfondo Nove Colli sollte 200 km, 4.053 Höhenmeter und dein aktuelles Leistungsniveau einbeziehen. Starte kontrolliert und plane Reserven für Abschnitte ein, in denen das Profil oder die Müdigkeit die Zielpace erschwert.
Granfondo Nove Colli findet am 23. Mai 2027 statt.
Granfondo Nove Colli findet in Cesenatico, Italy statt.
Bei Granfondo Nove Colli stehen 3 Distanzen zur Wahl — Percorso Lungo: 200 km; Percorso Medio: 137 km; Percorso Gravel: 107 km.
Die Anmeldung läuft über den Veranstalter: novecolli.it. YOUB zeigt dir Strecke, Höhenprofil und Trainingsplan für die Vorbereitung.