
Die Platintour ist die Königsdistanz des Bodensee-Radmarathon: die grosse Runde der Goldtour um Ober- und Untersee, ergänzt um eine zusätzliche Schleife um den Überlingersee. 300 Kilometer und rund 2'376 Höhenmeter, gerahmt von einem harten Zeitlimit: Der Postenschluss um 19 Uhr lässt bei einem Start um 7 Uhr genau zwölf Stunden.
Für die nächste Austragung steht noch kein Termin fest. Strecke, Höhenmeter und Streckenprofil stammen aus der letzten Austragung.
Die Platintour teilt die gesamte grosse Seerunde mit der Goldtour: flaches Uferterrain über Rorschach, Arbon und Kreuzlingen, der Untersee bis Stein am Rhein, der Anstieg über den Bodanrück, die Fähre von Konstanz nach Meersburg und direkt nach der Anlegestelle die kurze, bis zu 17 Prozent steile Rampe der Mur du Bodensee. Dazu kommt die Zusatzschleife um den Überlingersee, die diese Tour von den 220 Kilometern der Goldtour unterscheidet.
Genau diese Zusatzschleife macht die Platintour auch organisatorisch zu einem anderen Rennen. Während die übrigen Strassentouren durchgehend mit orangen Wegweisern jaloniert sind und ausdrücklich gilt, dass die markierte Strecke massgebend ist, sind auf dem Überlingersee-Abschnitt nach Angaben des Veranstalters nur die wesentlichsten, neuralgischen Stellen signalisiert und gesichert. Wer hier fährt, navigiert selbst, mit dem Streckenfile, das der Veranstalter den Angemeldeten abgibt.
Eine detaillierte Streckenbeschreibung der Zusatzschleife veröffentlicht der Veranstalter nicht; das offizielle File geht kurz vor dem Anlass an die Angemeldeten. Verlässlich sind daher die Eckwerte: 300 Kilometer, rund 2'376 Höhenmeter, offene Strassen ohne Vollsperrung, ein Startfenster von 7 bis 9 Uhr für das ganze Feld und Postenschluss um 19 Uhr.
| Start | Länge | Ø | Max. | Gewinn | Kat. |
|---|---|---|---|---|---|
| km 116,2 | 1,1 km | 4,7 % | 5,8 % | +49 m | — |
| km 124,2 | 1,3 km | 5,8 % | 8,1 % | +72 m | — |
| km 126,5 | 1,6 km | 3,9 % | 6,3 % | +62 m | — |
| km 159,6 | 1,3 km | 3,5 % | 7,2 % | +43 m | — |
| km 173,6 | 1,9 km | 6,8 % | 9,1 % | +127 m | Kat. 4 |
| km 191,1 | 0,9 km | 6,6 % | 11,4 % | +56 m | — |
| km 256,5 | 0,7 km | 9,3 % | 39,4 % | +61 m | — |
| km 261,1 | 0,4 km | 15 % | 43,8 % | +60 m | — |
Die Anstiegs-Kategorien folgen der Radsport-Konvention und bewerten das Gelände selbst (Länge und Steigung) unabhängig von der Sportart: Kat. 4 bezeichnet die leichtesten bewerteten Anstiege, Kat. 1 die härtesten, HC (hors catégorie, „außerhalb jeder Kategorie“) ist den brutalsten Anstiegen vorbehalten. Kurze Anstiege unterhalb der Kat.-4-Schwelle bleiben unbewertet.
Der erste Pacing-Entscheid fällt vor dem Start: Das Feld darf zwischen 7 und 9 Uhr losfahren, der Postenschluss steht aber fix um 19 Uhr. Jede Stunde, die du später startest, nimmst du dir vom Zeitfenster. Für 300 Kilometer bedeutet ein Start um 7 Uhr eine nötige Gesamtdurchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h inklusive aller Pausen, Verpflegungshalte und der Fährüberfahrt: Die Bruttorechnung ist hier die einzig relevante.
Über 300 Kilometer ist die Mur du Bodensee kein Zielsprint, sondern eine kurze anaerobe Spitze mitten im Tag. Fahre sie im eigenen Rhythmus im leichtesten Gang hoch, statt einer Gruppe hinterherzujagen; der Zeitgewinn dort ist Sekunden, der Preis kann eine Stunde sein.
Die eigentliche Falle liegt im flachen ersten Drittel entlang des Ufers. Dort rollen schnelle Gruppen, die Beine sind frisch, und 40er-Schnitte fühlen sich billig an: Bezahlt wird das auf der Zusatzschleife am Überlingersee, wo du ohne durchgehende Markierung navigierst, Tempo an Kreuzungen verlierst und mental noch aufmerksam sein musst. Plane die letzten hundert Kilometer als eigenständigen Abschnitt und iss konsequent nach Uhr statt nach Hungergefühl.

Für 300 Kilometer mit rund 2'376 Höhenmetern solltest du als Hobbyfahrerin oder Hobbyfahrer elf bis dreizehn Stunden reine Fahrzeit einplanen, und der Postenschluss macht daraus eine Vorgabe statt einer Schätzung. Der Belastungscharakter ist über weite Teile gleichmässig aerob auf flachem bis leicht welligem Terrain, mit dem Windschattenwechsel in den Gruppen als grösster Variable und einer einzigen kurzen, harten Spitze an der Mur du Bodensee.
Den Kern der Vorbereitung bilden sehr lange Ausfahrten von sechs bis acht Stunden im Grundlagenbereich, ergänzt um mindestens eine Ausfahrt jenseits von zweihundert Kilometern, damit du weisst, wie sich dein Körper nach acht Stunden im Sattel anfühlt. Sitzposition, Sattel und Handschuhe entscheiden auf dieser Distanz mehr über den Ausgang als jedes Intervall.
Die Verpflegung ist ein eigenes Trainingsziel. Eine Kohlenhydratzufuhr, die zwölf Stunden trägt, muss im Training geübt sein: feste und flüssige Nahrung im Wechsel, ein fester Rhythmus, und mindestens eine lange Ausfahrt, auf der du nur das isst, was du auch im Rennen dabeihaben oder an den Posten bekommen wirst.
Zwei Bedingungen verlangen konkrete Vorbereitung. Erstens die Navigation: Die Zusatzschleife am Überlingersee ist nicht durchgehend markiert, du fährst sie nach dem abgegebenen Streckenfile, also gehören das Aufspielen der Route und ein Akku, der zwölf Stunden Aufzeichnung und Kartenansicht durchhält, zur Ausrüstungsplanung. Zweitens der Tag selbst: Ein Start im Morgengrauen Mitte September am See ist kühl und oft feucht, der Nachmittag kann deutlich wärmer sein: Trainiere in beiden Enden dieser Spanne und plane Kleidung, die du unterwegs ablegen kannst.

Lade die Strecke von Bodensee Radmarathon als GPX-Datei für Uhr oder Radcomputer herunter.
Ben verbindet Ziel, Strecke, aktuelle Belastung, Recovery und Kalender. So bleibt dein Plan auf das Rennen ausgerichtet, auch wenn dein Alltag nicht perfekt planbar ist.
Bodensee Radmarathon ist 300 km lang. Diese Distanz bestimmt, wie viel Grundlagenausdauer, Tempohärte und Rennspezifik in den Trainingsplan gehören.
Bodensee Radmarathon hat rund 2.376 Höhenmeter auf 300 km. Das beeinflusst Pacing, Muskulatur und die Vorbereitung auf späte Rennabschnitte.
Bodensee Radmarathon ist als Hügelig (Rolling) eingestuft, im Schnitt 6,9 Höhenmeter pro Kilometer. 58 % der Strecke sind flach, 20 % steigen moderat an (2 bis 6 %) und 0 % sind steiler als 6 %.
Der schwerste Anstieg von Bodensee Radmarathon beginnt bei Kilometer 173,6, ist 1,9 km lang, steigt im Schnitt 6,8 % an und bringt 127 Höhenmeter. Bewertung nach Radsport-Konvention: Kat. 4. Insgesamt sind 8 Anstiege erfasst.
Ja, Bodensee Radmarathon ist als Rundkurs angelegt: Start und Ziel liegen am selben Ort.
Ja. Die Strecke von Bodensee Radmarathon steht auf dieser Seite als GPX-Datei zum kostenlosen Download bereit — importierbar in Garmin, Wahoo, Komoot, Strava und jede andere App, die GPX liest.
Für Bodensee Radmarathon sollte die Vorbereitung 300 km, 2.376 Höhenmeter, aktuelle Belastung und verfügbare Trainingszeit berücksichtigen. Ein adaptiver Plan hilft, Schlüsselreize zu setzen, ohne Erholung und Alltag zu ignorieren.
Die Pacing-Strategie für Bodensee Radmarathon sollte 300 km, 2.376 Höhenmeter und dein aktuelles Leistungsniveau einbeziehen. Starte kontrolliert und plane Reserven für Abschnitte ein, in denen das Profil oder die Müdigkeit die Zielpace erschwert.
Ein Termin für die nächste Austragung steht noch nicht fest. Zuletzt gestartet wurde am 12. September 2026.
Bodensee Radmarathon findet in Kreuzlingen, Switzerland statt.
Bei Bodensee Radmarathon stehen 7 Distanzen zur Wahl — Platintour (300 km): 300 km; Goldtour (220 km): 220 km; Silbertour (150 km): 150 km; Bronzetour (80 km): 80 km; Graveltour (120 km): 120 km; Graveltour (80 km): 80 km und 1 weitere.
Die Anmeldung läuft über den Veranstalter: bodensee-radmarathon.ch. YOUB zeigt dir Strecke, Höhenprofil und Trainingsplan für die Vorbereitung.